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Vier Dinge, die Dir Dein Gegenüber im Vorstellungsgespräch sagt, ohne ein einziges Wort zu verlieren

Unser letzter Artikel beschäftigte sich mit dem Thema “Körpersprache im Vorstellungsgespräch”. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Personaler und Hiring Manager nehmen Dich gerade im persönlichen Gespräch genau unter die Lupe und achten in der Regel peinlich genau darauf, wie Du Dich gibst. Aber wir sind natürlich alle nur Menschen. Nicht nur Du sendest unbewusste Signale, das gilt auch für Dein Gegenüber im Vorstellungsgespräch. Damit sind wir beim Thema dieses Beitrags.

Schule Deinen Blick für unbewusste Signale, um das Gespräch in Deinem Sinne zu beeinflussen. Beobachte, ob Deine Gesprächspartner die Regeln, die für Dich gelten, auch selbst anwenden. Worauf solltest Du zusätzlich noch achten? Und was machst Du, um auf Dein Gegenüber einzuwirken?

Ein sehr deutliches Signal, dass Du Dir immer bewusst machen solltest, ist ein abschweifender Blick zur Uhr. Es kann unhöflich wirken, auch ungeduldig. Womöglich ist es aber auch nur ein Zeichen, dass Dein Gegenüber befürchtet, nicht schnell genug vorwärts zu kommen. Frage Dich, ob Du Dich nicht zu lang und umständlich ausdrückst. Kannst Du vielleicht zielführender werden und somit dem Gesprächspartner den Druck nehmen?

Guter Blickkontakt hilft Dir zu erkennen, ob Dein Gegenüber noch weitere Informationen zu Deiner letzten Ausführung benötigt. Gerade dann, wenn es um technische oder fachlich sehr spezifische Themen geht, kommt es häufig vor, dass Dich Dein Gesprächspartner nicht gleich versteht. Du bist als Experte vielleicht schnell so tief im Thema drin, dass Du ein fachfremdes Gegenüber (zB Recruiter oder Personaler) auf dem Weg verloren hast. Hol sie wieder ab, indem auf sie eingehst und komplizierte Sachverhalte mit Beispielen und sprachlichen Bildern schmückst.

Gerade Personaler wollen sich nicht gern in die Karten schauen lassen. Doch die Fassade können sie nicht immer aufrechterhalten. Lächelt jemand verlegen, hast Du womöglich einen Punkt zum Unternehmen oder der Position berührt, der noch nicht ganz klar ist oder sogar ein heikles Thema getroffen. Du solltest hier nicht zurückschrecken. Ein Vorstellungsgespräch dient auch dazu, dass Du Dir ein realistisches Bild des Unternehmens machen kannst. Aber gehe von diesem Punkt diplomatisch und mit Feingefühl weiter.  Versuche, einen gemeinsamen Weg zu diesem für Dich interessanten Thema zu finden. Wichtig ist, dass Du versuchst, den Grund für dieses Verhalten ohne weitere Verlegenheit oder Druck herauszufinden.

Du wirst im Interview in den meisten Fällen nicht mit einer Person allein sprechen. Achte darauf, wie sie miteinander umgehen. Sitzen sie nah beieinander oder lassen sie Raum zwischen sich, womöglich sogar mit einer physischen Barriere? Auch, wenn Deine Aufmerksamkeit im Gespräch schon sehr beansprucht wird – nimm Dir dennoch einen Augenblick, um zu analysieren, welches Verhältnis Deine Gesprächspartner zueinander ausdrücken. Vor allem dann, wenn es im Unterschied zum Gesagten steht.

Womöglich kommentiert der stille Gesprächspartner den anderen durch die eigene Körpersprache. Womöglich erkennst Du sogar Überraschung oder Erstaunen über eine der getroffenen Aussagen. Im besten Falle aber bestätigt die Körpersprache derjenigen, die nicht sprechen, das Gesagte. Daraus kannst Du wichtige Informationen für Dich ableiten.

Du kannst durch ein wenig Aufmerksamkeit für die Körpersprache auch für Dich Vorteile und Erkenntnisse ziehen, die für Deine Entscheidung sehr wertvoll sind. Du kannst durch ein Auge für die stillen Signale das Gespräch besser steuern und ebenso subtile Änderungen in Deinem Verhalten vornehmen, die dem Gespräch eine bessere Richtung geben können.

2017-09-26T17:23:47+00:00