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Sabbatical leave – Was denkt die HR?

Was ist ein Sabbatical leave?

Mit Sabbatical leave ist kurz und knapp eine berufliche Auszeit gemeint. Das Wort “Sabbatical” ist zurückzuführen auf das “Sabbatjahr” (sabbat= innehalten), welches schon in der Tora erwähnt wird. In der Landwirtschaft gab es die Regelung, dass, nachdem 6 Jahre lang die Felder bestellt wurden, diese das komplette 7. Jahr brach liegen sollten. Der Gedanke dahinter? – Die Erde soll sich erholen und ihre natürlichen Ressourcen wieder aufstocken.

Dies ist auch der Gedanke hinter dem Sabbatical leave. Es gibt keine Vorschriften, wie die berufliche Auszeit zu nutzen ist, jedoch wird diese oft investiert in:

  • Reisen
  • Familie (Erziehung, Pflege)
  • Fort- und Weiterbildung
  • gesundheitliche Prävention
  • Neuorientierung (Tapetenwechsel)
  • soziales Engagement

 Für ein Sabbatical leave gibt es unterschiedliche Arbeitszeitmodelle:

Der Arbeitnehmer arbeitet vier Jahre lang für weniger Gehalt. Im fünften Jahr ist er komplett freigestellt und erhält das gesamte Jahr das gleiche Gehalt wie in den letzten vier Jahren.

Der Arbeitnehmer arbeitet 2 Jahre lang für weniger Gehalt. Darauf folgt ein halbes/ganzes Jahr in Teilzeitbeschäftigung mit einem Vollzeitgehalt ODER wird für wenige Monat freigestellt und weiter bezahlt.

Urlaubstage und Überstunden werden gesammelt und nicht ausgezahlt. Die gesammelte Zeit kann dann bezahlt frei genommen werden.

Anhand dieser Modelle sehen wir, dass ein Sabbatical leave eine langfristige Planung und intensive interne Absprache voraussetzt aber auch hohe Flexibilität bietet.

Aber was sagen Personaler zum Sabbatical?

HRler reagieren auf die Station “Sabbatical” im Lebenslauf eines Bewerbers ganz unterschiedlich. Grundsätzlich spricht nichts gegen ein Sabbatical. Im Gegenteil. Eine ausgeglichene Work-Life-Balance ist das A und O. Viele Unternehmen können diese leider nicht bieten. Es gibt nun mal unbezahlte Überstunden, 100% Reisetätigkeit, Schichtdienst und Jobs, an denen Wochenendarbeit keine Seltenheit ist. Daher ist eher von Vorteil, dass ein Mitarbeiter eine solche Auszeit plant und beansprucht, anstatt für längere Zeit wegen Krankheit auszufallen. Trotzdem besteht teilweise der Anspruch, dass innerhalb dieser beruflichen Auszeit etwas sinnvolles oder geistreiches getan werden sollte. Dass in dieser Zeit die Sprachkenntnisse (ggf. im Ausland) erweitert werden oder Workshops / Kurse belegt und zertifiziert werden. Zeit für die Familie und soziales Engagement ist ebenfalls gern gesehen. Wenn jedoch der Eindruck entsteht, dass während des Sabbatical leaves 6 Monate lang auf dem Sofa fern geschaut wurde, kommt dies nicht so gut an. Erlaubt ist es natürlich trotzdem. Es ist immerhin die eigene Entscheidung, wie die berufliche Auszeit genutzt wird. Außerdem kann es sein, dass diese Person wirklich intensive Ruhe und Entspannung braucht. Wichtig ist, trotz der beruflichen Auszeit up to date zu bleiben und die eigene Branche / das eigene Berufsfeld zu verfolgen.

Die Erfahrung zeigt, dass Mitarbeiter/innen nach einem Sabbatical leave mehr Motivation und Tatendrang für die Arbeit mitbringen. Sie sind ausgelassener und haben in der beruflichen Auszeit neue Stärken gewonnen. Seien es Hard-Skills wie eine neue Sprache oder fachliches Know-How durch Fortbildung. Aber auch Soft-Skills, wie ein neues Gespür für Menschen und Trends bzw. das Talent sich besser organisieren zu können, können positive Effekte eines Sabbaticals sein.

Fazit

Meine persönliche Meinung ist, dass es wirklich von Vorteil sein kann, sich aus dem Alltagstrott zu befreien und sich die Freiheit zu nehmen, den eigenen Interesse mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Fakt ist: ein Sabbatical benötigt ausreichend Planung und es braucht auch etwas Mut. Mut, um es im Unternehmen aktiv anzusprechen und zum anderen sich zu trauen, auch mal den Kreis zu durchbrechen und etwas anderes zu tun.

2017-10-26T10:24:52+00:00