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Mobile Recruiting (aus Sicht eines Recruiters)

Das Recruiting hat sich in den letzten Jahrzehnten kaum verändert. Gut, es gibt mittlerweile spezifische Ausbildungen oder Studiengänge im Bereich Personal, aber das Thema Digitalisierung im Recruiting ist noch sehr neu. Zwar kann man mittlerweile über eine Online-Bewerbung die Bewerbungsunterlagen hochladen und sich somit “digital” bewerben, aber wenn man es mit den digitalen Möglichkeiten anderen Branchen vergleicht, ist das doch eher mau…

Trotzdem gibt es insbesondere in den letzten 2-3 Jahren immer mehr Unternehmen, die sich auf die Digitalisierung der Personalbranche und natürlich auch des Recruiting spezialisieren. Dementsprechend gibt es mittlerweile viele Tools, die einem Recruiter das Leben erleichtern – unter anderem auch im Bereich mobile Recruiting. (Wenn Du zu diesem Thema erst einmal einen Überblick beschaffen möchtest, kannst Du Dich gern in diesem Artikel schlau machen:

Mobile Recruiting – ein Überblick

Neben Bewerbermanagementsystemen, als übersichtliche Alternative zu Excel, gibt es auch diverse Apps zum mobile Recruiting. Auch diese Apps entwickeln sich weiter. Oft fehlen aber noch Schnittstellen zu den Bewerbermanagementsystemen. Dementsprechend machen sie zwar den ersten Schritt für die Bewerber einfacher, trotzdem muss der Recruiter die Unterlagen aber irgendwann ins System einspeisen.

Auch das ist ein Punkt, der mir noch immer schleierhaft ist: Warum halten so viele Unternehmen noch an den klassischen Lebensläufen fest, wenn doch Linkedin-Profile meist besser gepflegt sind? Man hat es halt immer so gemacht und es hat auch seine Berechtigung (gehabt). Aber genügend gemeckert haben wir ja bereits in diesem Artikel:

Mobiles Recruiting – Ein Begriff, der Bauchschmerzen macht

Deswegen nun zur Sache: Hat mobile Recruiting einen oder sogar mehrere Vorteile für einen Recruiter? Und wenn ja, welche?

Mobile Recruiting

Mobile Recruiting

Der Begriff ist wahrscheinlich geläufig: “War for Talents!” In diesem “Krieg” kann es durchaus ein Vorteil sein, wenn man die “Talents” dort abfängt, wo sie sich aufhalten – am Handy. Natürlich nutzt nicht jeder sein Handy zur Jobsuche, aber insbesondere die jüngeren Generationen (Y, Z, Millennials, …) sind per Handy auf Jobsuche. Wer im Recruiting also insbesondere diese Generationen ansprechen möchte, sollte die Nutzung von mobilen Applikationen wie JOBworld oder Talendo ernsthaft in Erwägung ziehen. Aber natürlich erreicht man darüber auch längst nicht mehr nur diese, sonder auch deutlich ältere Generationen. Im sogenannten “War for Talents” KANN das mobile Recruiting also ein Vorteil sein. Wenn Du als Recruiter wissen möchtest, wie diese Apps für die Bewerber sind, kannst Du diesen Artikel zu rate ziehen:

Jobsuche mit dem Smartphone – 5 Apps im Vergleich

Ein weiterer Vorteil aus meiner Sicht ist viel subtiler und wird sich auch erst in der Zukunft zeigen. Wie oben schon erwähnt, hängt der Personalbereich der Digitalisierung hinterher. Das ist generell ein Problem. Somit läuft man als Unternehmen in die Gefahr, den Anschluss zu verlieren und auch viele Personaler “rosten ein”. Aus meinem alltäglichen Geschäft mit unseren Kunden weiß ich, dass für manche Personaler der Begriff “Active Sourcing” noch immer ein Begriff ist, den man zwar theoretisch gut kennt, aber praktisch nicht anwendet. Die Gründe dafür mögen vielfältig sein, aber problematisch ist das allemal. Unternehmen sollten sich allein schon, damit ihre Recruiter nicht die (zwar langsame, aber doch sichere) Digitalisierung ihrer Branche verschlafen, mit dem Thema mobile Recruiting auseinander setzen.

Zusammenfassend möchte ich an alle Recruiter appellieren: Setzt Euch bewusst mit dem Thema mobile Recruiting auseinander. Wenn Ihr Euch dagegen entscheidet, dann doch bitte bewusst!

2017-08-15T12:40:39+00:00